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Was das Herz bewegt, setzt die Füße in Bewegung

(aus Ruanda)


Bis vor wenigen Jahrzehnten waren regelmäßige Wallfahrten ein fester Bestandteil im Leben  der katholischen Christen. Manche Pfarrgemeinden pflegen auch heute noch - meist einem lang zurück liegenden Gelöbnis folgend - ihre Wallfahrten zu bestimmten Gnadenorten.

Bereits das Alte Testament beschreibt das Pilgern zu heiligen Orten. Viele der Psalmen des Alten Testamentes waren Singgebete der Wallfahrer.

Zahlreiche Pilgerwege mit spirituellen Begleitangeboten wurden in den letzten Jahren auch von der Evangelischen Kirche geschaffen. Ökumenische Pilgerwanderungen finden u.a. jedes Jahr in Mecklenburg statt, einen 450 km langen ökumenischen Pilgerweg gibt es von Görlitz aus durch die drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

 

Die zunehmende Mobilität erlaubt es heute mehr Menschen, auch weiter entlegene Stätten aufzusuchen. Sie Pilgern nach Lourdes, Fatima, Medugorje, nach Rom, ins Heilige Land oder sie sind auf den Spuren der Apostel unterwegs.

Auch andere Religionen pflegen die Tradition des Pilgerns. Wir wissen von den Wallfahrten der Inder zu den Heiligen Stätten Benares, Hardwar, Audh, Dwarka u.a.... Im Islam gehört die Pilgerfahrt zu den fünf Pflichtenlehren jedes Muslimen. Immer im Herbst kommen Millionen Pilger/innen nach Mekka, wo sie in großen Zeltstädten aufgenommen werden. Die Tibeter pilgern zum Heiligen Berg Kailash, der sowohl Buddhisten als auch Hindus als heilige Stätte gilt.

Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela ist ein unübersehbarer Beweis dafür, dass Pilgerfahrten und Pilgerwanderungen einen neuen Aufbruch erleben. Abertausende Menschen machen sich auf den Weg, um in ihrem Leben inne zu halten, Rückschau zu halten und Ausschau zu halten. "Wo soll´s für mich weiter gehen .....?", fragen sie sich, und viele  bekommen auf diesem Weg auch ihre Antworten dazu.

In den letzten Jahren sind zahlreiche Wallfahrts- und Pilgerwege wieder entdeckt und neu belebt worden. Sie ziehen sich wie ein Netz über fast ganz Europa. Sie erinnern an Frauen und Männer, die durch ihr Leben überzeugt haben und durch die Verehrung gläubiger Menschen in Erinnerung gehalten werden.

In manchen Projekten werden auch neue Formen der spirituellen Erfahrung entwickelt und ausgestaltet. Ein herausragendes Beispiel dazu ist der nur wenige Kilometer lange "Spirituelle Weg" in Weiz / Stmk. Er öffnet einen weiten Blick dafür, dass das Leben ein Weg der Verwandlung ist. Mitinitiator dieses Projektes war u.a. der bekannte Priester, Pastoralsoziologe und Universitätsprofessor DDr. Paul M. Zulehner.

Der Europäische Pilgerweg knüpft an diese Traditionen an. Er führt aber noch weiter. Als einziger Pilgerweg beruft er sich nicht in erster Linie auf die Vergangenheit, sondern bahnt  "einen geistigen Weg in die Zukunft".


Jubiläumsfest

Samstag, 26.09.2015, 3 Bilder