Der Pilgerweg

Die zentrale Idee des Europäischen Pilgerwegs ist, dass er weder Anfang noch Ende kennt. Er kann als Ganzes gegangen werden oder in Teilstücken: von Nord nach Süd, von Ost nach West oder jeweils umgekehrt. Der Weg ist in alle Richtungen bestens ausgeschildert. Jede beliebige Wegstrecke und jede von uns vorgeschlagene Etappe des Pilgerwegs lassen sich individuell und online hier planen und ausdrucken.

Zur Philosophie

„Der Europäischer Pilgerweg - VIA NOVA eine Wegweisung für das 21. Jahrhundert“                      

von Dr. Josef Rehrl

Vorbemerkung:

Mit dem Untertitel „Wegweisung für das 21 Jahrhundert“ haben wir uns zweifellos sehr viel vorgenommen. Dieses 21. Jahrhundert ist ja erst 10 Jahre alt, und niemand weiß, was es uns bringen wird und was für die kommende Zeit das Allerwichtigste ist. Dennoch sind für die absehbaren Jahre, vielleicht Jahrzehnte, Tendenzen und Zeiterscheinungen zu erkennen, die wir heute schon in unser Denken aufnehmen können. 

Nachfolgend nenne ich einige wohl recht wichtige dieser Zeitzeichen, auf die wir mit Wort, Bild, Symbol oder einer bestimmten Art der Gestaltung auf dem Pilgerweg hinweisen können.

1. Suche nach Sinn: Nachdem wir in unserem Land in den letzten 50 Jahren immer reicher geworden sind, stellt sich mehr und mehr die Frage nach dem Sinn ein: Was kommt nach dem Wohlstand oder „Wohlstand zu was?“. So sehr wir alle schätzen, dass unsere Grundbedürfnisse gedeckt sind, wissen und sehen wir, dass unser Überfluss unsere innere Sehnsucht nach Glück nicht stillen kann. Offenbar führt das Streben nach Glück über unser materielles Leben hinaus und in eine geistige, seelische Dimension. Im Gehen dafür offen zu werden, ist einerseits eine bekannte Erfahrung und andererseits eine Chance für uns als Veranstalter und für die Pilgerbegleiter/innen.

2. Suche nach Religion: Die Suche nach Religion hängt eng mit der Suche nach Sinn zusammen. Europa gilt zwar in der Welt als christlicher Kontinent, doch die religiöse Praxis gilt weithin als ein „Sondergut“ und ist wenig in das Werktagsgeschehen integriert. („Das geht heute nicht mehr!“). Wir möchten Gott zurückholen vom „Vater unser im Himmel“, vom „Endlager“, zu einem Gott, der unter uns ist in unserem Leben auf Erden. Religion soll kein abgesonderter Bereich des Lebens sein. Wir suchen nach einer Spiritualität der Anwesenheit Gottes, aus der wir unseren Auftrag für die Bewahrung der Schöpfung nehmen.

3. Ehrfurcht vor dem Leben: Beim Pilgern kommen wir den Geschöpfen und dem Geschaffenen nahe. Wir sind umgeben von Äckern, Wiesen und Wäldern wir kommen in Berührung mit den Grundelementen des Lebens mit Erde, Wasser Luft und Energie und wir spüren dass all das Geschenke des Schöpfers sind, die uns zur Dankbarkeit und zum Staunen anregen. In der Schöpfung schauen wir gewissermaßen dem Schöpfer ins Angesicht. Eine enge Beziehung zur Schöpfung wird für Europa von größter Bedeutung werden, weil viele Arten von Pflanzen und Tieren auf der roten Liste stehen, und das Drängen der Wirtschaft auf neue Investitionen derzeit meist zu Lasten der Natur geht. Wir brauchen viele Menschen, die bereit sind, die Natur zu schützen, auch vor den Begehrlichkeiten unseres Wirtschaftssystems.

4. Vom Haben zum Sein: Viel haben zu wollen, ruiniert unter den derzeitigen Bedingungen den Planeten und macht offensichtlich nicht glücklich. Unersättliche Konsumenten dürfen nicht die Grundlage für den „Wohlstand sein Wir entnehmen derzeit weit mehr, als uns zusteht, zumal unsere eigenen Nachkommen auch noch ihre Bedürfnisse befriedigen wollen. Beim Pilgern praktizieren wir einen einfachen Lebensstil. Wir erfahren, dass zum Zufriedensein gar nicht soviel Dinge notwendig sind.

5. Den Wohlstand gerecht teilen: Zu den größten Aufgaben der Gegenwart gehört es, mehr Gerechtigkeit herzustellen. Die Einen werden immer ärmer, die Anderen immer werden immer reicher. Das Teilen kann eine wichtige Erfahrung beim Pilgern werden.

6. Dem Lärm entrinnen: Ruhe ist für den heutigen Menschen nicht mehr selbstverständlich. Lärm kann krank machen. Unser Pilgerweg sucht dem Lärm zu entgehen, soweit dies möglich ist. In der Abwechslung von Ruhe und Lärm wird sichtbar, wie heilsam Ruhe sein kann und wie sehr wir sie brauchen.

7. Langsamkeit und Gelassenheit: Beim Gehen kommen wir langsamer voran, als üblicherweise mit dem Auto. Wir nehmen das Tempo weg, und lassen unserer Seele Zeit, mitzukommen. Wir kommen von einer Haltung des „Erledigens“ eher zu einer Haltung des Überlegens und Betrachtens. Damit können wir unsere eigene Lebenslage genauer anschauen, und unser Unterbewusstsein hat mehr Zeit, uns Botschaften zu senden. Diese Erfahrung ist wichtig für die europäische Gesellschaft, weil uns Konkurrenz und Leistungsdruck und zu Hast und Eile treiben.

8. Begegnung: Wir treffen auf unserer Pilgerschaft andere Menschen mit anderen Überzeugungen und anderen inneren Lebensentwürfen. In der Auseinandersetzung schleifen sich unsere eigenen Ecken und Kanten ab, oder aber wir üben uns, diese zu behaupten. Wir lernen, Respekt voreinander, auch gegenüber anderen Überzeugungen zu haben, eine Grundvoraussetzung für den Frieden in der Welt.

9. Hoffnung auf positive Wendungen: Wer mehr als “einen Schritt zurücklegt“, wer aufbricht, sich auf den Weg macht, äußerlich wie innerlich, wer etwas unternimmt und zu Ende bringt, wird belohnt mit dem Gefühl, dass es sich gelohnt hat, sich aufzumachen. Dieses sich Aufmachen brauchen wir in ganz Europa, wo wir doch sehen, dass die Epoche des Materialismus in die Krise gekommen ist, und eine neue geistige Haltung zum Leben und zur Natur gefordert ist.Hoffnung wächst dann, wenn der Mensch sich engagiert, nicht auf dem Sofa.

10. Pilgern formt die Persönlichkeit: Wir benötigen auf eine aktive Bürgergesellschaft, von der Gemeinde bis zur Europäischen Union. Gemeinden mit vielen Pilgern sind lebendige Gemeinden mit aktiven und verantwortungsbewussten Menschen und mit Blick auf die Zukunft.

 

  Der Europäische Pilgerweg ist so konzipiert, dass er kein direktes Ziel hat, d.h. es können auch nur Teilstücke des Weges beschritten werden. Es geht um das Gehen oder das Tun an sich und des Entwickelns in geistiger und spiritueller Hinsicht, des Sich-selbst-finden und dabei die Verantwortung des Menschseins zu erkennen. 

 

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Das Logo der VIA NOVA soll die Leitidee visualisieren.

Dabei gibt es zwei Zugänge:

- Es ist ein Mensch zu erkennen, der nach oben blickt und die Arme ausstreckt, um die Welt zu umarmen. Er sieht sich als eins mit der Natur und der Welt. Bei dieser Umarmung schafft der Mensch aber auch eine Verbindung zum göttlichen, spirituellen, transzendenten, d.h. es ist erstens nicht beschränkt auf den christlichen Glauben, sondern soll auch Menschen mit andere Religionen und solche, die ohne ein Bekenntnis sind ansprechen; zweitens zeigt es, dass der Mensch nicht nur ein leibliches Wesen sondern auch ein geistiges Wesen ist; drittes wird durch diese Umarmung eine Einheit geschaffen, die den Menschen schützen soll. Die Umarmung soll aber auch den Europäischen Gedanken, als Bindeglied zwischen den Kulturen widerspiegeln.

-  Der zweite Zugang lässt Teilstücke des Weges erkennen, sowohl in realer als auch in geistiger Sicht. Auf geistiger Ebene soll der kleine Kreis das nach Innen gehen andeuten, das Seelenleben, das zu sich selbst finden, und der große Kreis, der nach außen an zwei Stellen offen ist, das nach außen gehen, das in Verbindung treten mit der Umwelt und Gesellschaft.

 

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