Spirituelle Texte

Was brauchen wir im 21. Jahrhundert? 

   Grundgedanken von Dr. Josef Rehrl

 

  1.  Nötig ist eine Umorientierung von den materiellen Werten zu den ideellen Maßstäben, zu den Werten ohne Preisschilder, zu einem Leben in Würde. Der Markt kann nicht der einzige Maßstab für richtig oder falsch sein.
  2. Wir brauchen mehr Achtung der Schöpfung und Vorrang des Lebendigen statt steigende Kapitalverzinsung..
  3. Wir brauchen ein ganzheitliches Denken. Wir müssen so leben, und dürfen nur so viel beanspruchen, dass alle Völker und auf Dauer gleichwertig mit uns leben    können. Die Ungerechtigkeit trägt den Keim des Unfriedens.
  4. Wir brauchen Solidarität mit den Schwächeren und Ärmeren statt immer besser und vorne sein zu müssen; dies erfordert eine Korrektur der Globalisierung und ein Ende Konzentration wirtschaftlicher Macht auf immer weniger.
  5. Der totale Wettbewerb treibt zunehmend zur Eile und macht Druck. Wir brauchen stattdessen ein menschlicheres Tempo und eine „Entschleunigung“.
  6. Im 21. Jahrhundert verdient bei uns die Erhaltung der Lebensgrundlagen Vorrang gegenüber dem Wachstum des Konsums; „Sicherung statt Vermehrung“!
  7. Wir brauchen in Europa eine aktive Bürgergesellschaft, keine Alibi- oder Zuschauerdemokratie.
  8. Trotz oder wegen mancher krisenhafter Erscheinungen in Europa brauchen wir ein Klima der Hoffnung nicht des Niederganges. Hoffnung wächst, indem man sich selbst engagiert.
  9. Es geht um die Rückholung Gottes vom „Vater unser im Himmel“ in unser Leben auf Erden. Religion soll kein „Sondergut“ sein. Wir suchen nach einer Spiritualität der Anwesenheit Gottes und nach unserem Auftrag für die Bewahrung der höpfung.
  10. Wir tragen Verantwortung nicht nur für unser persönliches Eigentum, sondern auch für das, was der Allgemeinheit gehört: für die Luft, das Wasser, den Boden, die Rohstoffe, die Energie und das Klima.

 Josef Rehrl  8. November 2005

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Aufbruch

Ich habe Zeit

Nichts drängt sich auf, das zu tun wäre

Die Zeit hat heute ein anderes Mass,

fern vom Alltag, der Arbeit.

Der Terminkalender hat keine Bedeutung.

 

Ich bin frei von Verpflichtungen, von Gewohnheiten,

vom Denken an das Unerledigte.

Ich habe Zeit,

zu betrachten, zu bewundern, zu entdecken.

Ich habe Zeit,

einen neuen Geschmack am Leben zu finden.

 

Sich in Bewegung setzen

mit Bedacht, nicht zu hastig.

Die ersten Schritte sind leicht.

Vieles ist da, das ich kenne,

aber noch nie so gesehen habe.

Ich will offen sein

für das, was ist,

für das, was kommt.

 

Den Alltag lass ich zurück.

Ich werde ihn später wieder finden.

Jetzt bin ich hier.

 

Wirklichkeit in mich aufnehmen,

Landschaft und Himmel, Wind und Sonne,

Gerüche und Düfte, Wärme und Stille.

 

Wahrnehmen, was in mir ist,

meine eigene Wirklichkeit:

Was bewegt mich?

Was gibt mir Sicherheit?

Was beunruhigt mich?

Womit bin ich zufrieden?

Was sollte noch geschehen?

Auf wen kann ich bauen?

Wen trage ich in mir?