mz_logo

Gemeinden
Mittwoch, 16. September 2015 25° 3

Frömmigkeit

Das Labertal wird zur Pilgerroute

Am 22. April wird die neue Variante der Via Nova eingeweiht. Sie führt im südlichen Landkreis Regensburg bis Weltenburg.
Von Christof Seidl, MZ

Aufhausen ist auf der Route der Via Nova durch den Landkreis. Die Strecke ist dort ein Stück mit dem Aufhausener Höhenwanderweg identisch. Foto: Landratsamt

Schierling. Hape Kerkeling hat es getan, Peter Aumer hat es getan. Pilgern, die Verbindung von Religion und Wandern, erfährt eine Renaissance. Jetzt gibt es im Landkreis ein neues Angebot dieser Sparte, die Via Nova.

In einem Gemeinschaftsprojekt wird seit 2012 an dieser Pilgerweg-Variante bis nach Weltenburg (Landkreis Kelheim) gearbeitet. Die Via Nova folgt alten Wallfahrtsrouten und besteht seit Juli 2004. Sie reicht derzeit von Tschechien bis zum Wolfgangsee in Österreich. An der neuen Variante des Pilgerwegs sind die Landkreise Straubing-Bogen, Kelheim und Regensburg sowie 17 Gemeinden beteiligt, viele davon liegen im Talraum der Großen Laber.

Verbindungen über Grenzen hinweg

Auf einer 162 Kilometer langen Strecke führt das neue Wegenetz der Via Nova in zwei Achsen von Straubing über den Knotenpunkt Schierling Richtung Kelheim. Eine Trasse führt über Atting, Rain, Schönach, Mötzing, Sünching, Aufhausen, Pfakofen nach Schierling und in den Landkreis Kelheim, während die andere südliche Trasse von Mallersdorf kommend über Schierling ebenso im Landkreis Kelheim endet. Dort schließt sich eine gut 100 Kilometer lange Runde über Langquaid, Rohr in Niederbayern, Kirchdorf, Biburg, Abensberg, Bad Gögging, Kelheim und Bad Abbach an. Als Start- und Endpunkt bietet sich das Kloster Weltenburg an.

In einer gemeinsamen Sitzung aller Projektpartner im Rathaus Schierling wurden kürzlich die Weichen für die Eröffnung im April gestellt. Gleich zu Beginn der Sitzung erklärte Susanne Kammerer die Konzeption.

Die Tourismusreferentin des Landkreises Regensburg sagte, dass durch das Überschreiten von Grenzen Verbindungen geschaffen werden. Dabei werde der vernetzende Aspekt dieses Pilgerweges besonders deutlich, der nicht nur für Schierling, der südlichsten Gemeinde der Oberpfalz, sondern für alle Projektgemeinden eine Bereicherung bedeute. Kammerer hat zusammen mit den Tourismusreferenten der Landkreise Kelheim, Florian Best, und Straubing-Bogen, Birgit von Bayern, eine koordinierende Funktion für die Gemeinden inne.

Beschilderung ist fast fertig

Vieles ist nach Kammerers Angaben seitens der Gemeinden bereits auf den Weg gebracht worden, um den Pilgerweg für Wanderer zugänglich zu machen. Die Beschilderung sowie die Pilgerwegstempel seien nahezu überall bereits umgesetzt worden. „Die Stempelstellen befinden sich in den Rathäusern oder Pfarrhöfen“, teilten die Projektpartner mit.

In den nächsten Wochen wird auch eine Via-Nova-Karte aufgelegt, die der Landkreis Regensburg betreut. Die Pflege der neuen Via-Nova-Webseite wurde mit Helga Grömer, der 2. Vorsitzenden des Vereins Via Nova, und Berta Altendorfer aus Oberösterreich, Geschäftsführerin des Vereins Via Nova, abgestimmt. Basis- und erste Serviceinformationen der Region zur Via Nova werden in den nächsten Wochen eingepflegt. Die Karte wird auch Gasthöfe, Übernachtungsmöglichkeiten und öffentliche WC-Anlagen auflisten. Ergänzende Informationen können die Gemeinden dann eigens nachtragen.

Zwei Eröffnungstermine

Wolfgang Kumpfmüller und Bürgermeister Christian Kiendl mit der Via-Nova-Beschilderung beim Schierlinger Rathaus. Foto: Markt Schierling

„Als Krönung aller Via-Nova-Aktivitäten gibt es im April in den beiden „neuen“ Via-Nova-Landkreisen Regensburg und Kelheim Eröffnungsfeierlichkeiten“, freut sich Kammerer. So wird am 22. April um 17 Uhr auf der „Napoleonshöhe“ nahe Schierling, dem Knotenpunkt der Via Nova, der Pilgerweg im Landkreis eröffnet.

Am 25. April findet um 12.30 Uhr die Eröffnung des Wegs im Landkreis Kelheim im Kloster Paring statt. Für alle Pilger wird zudem am 26. April eine Via-Nova-Frühjahrswanderung von Pfaffenberg nach Schierling (rund 18 Kilometer) durchgeführt.

Die Idee für eine Via-Nova-Variante durch den Landkreis gehe auf einen Vorschlag der Labertal-SPD zurück, erklärte der Aufhausener Bürgermeister Johann Jurgovsky im Gespräch mit der MZ. Seine Gemeinde habe auf Antrag der SPD den ersten Beschluss getroffen und damit die Entwicklung ins Rollen gebracht. „Aufhausen ist durch seine Wallfahrtskirche und den Höhenwanderweg ein idealer Ort für die Via Nova.“ Der Blick vom Aussichtspunkt reiche bis zur Walhalla und nach Regensburg. Schierlings Bürgermeister Christian Kiendl bedankte sich bei der Besprechung bei den Projektpartnern für die gute Zusammenarbeit. Er freue sich sehr auf die Eröffnung der Via Nova: „Dieser Weg gibt der Region Impulse, von denen wir alle profitieren.“ Neben einem offiziellen Teil und der Segnung werde es bei der Eröffnung eine Wanderung nach Unterdeggenbach geben, zu der alle interessierten Bürger willkommen sind.

Pilgerwegbegleiter gesucht

Auch Sünchings Bürgermeister Robert Spindler freut sich auf die Eröffnung. „Wir sind gut vorbereitet. Der Weg ist markiert, ein Pilgerbegleiter steht bereit.“ Wie groß die Resonanz auf das neue Angebot sein werde, müsse man abwarten.

Für alle, die sich gründlicher mit der Spiritualität des Pilgerns befassen wollen und gerne Pilgergruppen begleiten möchten, verwies Helga Grömer auf eine Ausbildung zum Pilgerwegbegleiter im Jahr 2016, die voraussichtlich die Landesvolkshochschule Niederalteich anbietet. In diesem Kurs werden die Grundlagen zur Organisation und Durchführung von Wanderungen auf einem der Pilgerwege in der näheren und weiteren Umgebung aufgezeigt. Interessierte Bürger können dies ihren Gemeinden mitteilen.

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht